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Test - Virtue's Last Reward : Klischeebehaftet

  • PSV
Von  |  |  | Kommentieren

Wiederholungstäter

Des Weiteren dürft ihr doppelte Zwischensequenzen vorspulen. Allerdings geht dies wirklich nur dann, wenn die Sequenz absolut identisch mit einer bereits zuvor gesehenen ist. Sollte auch nur ein kleiner Dialog anders sein, beispielsweise weil in Weg A andere Personen mit euch reden als in Weg B, dann schaltet das Spiel automatisch zur Normalgeschwindigkeit über.

Darin liegt die einzige, echte Schwäche von Virtue’s Last Reward begraben: Ihr müsst einige Handlungsabläufe doppelt oder gar dreifach überstehen, weil zwar letztlich das Gleiche gesagt wird, jedoch aufgrund kleiner Veränderungen eben nicht exakt dasselbe. Damit ist das Spiel weniger für Ungeduldige geeignet, die auch so schon mit den wirklich langen Dialogszenen ihre Probleme haben dürften.

Ansonsten motzt der Pedant allenfalls darüber, dass der Zusammenhang zwischen den Rätselräumen und der eigentlichen Handlung recht dünn geraten ist. Zwar wird die Bedeutung der Rätsel ganz zum Schluss kurz erläutert, jedoch klingt diese Rechtfertigung mehr wie eine halbgare Ausrede. Die Rätselräume fühlen sich deshalb manchmal wie angetackert statt wirklich der Geschichte zugehörig an. Gleichwohl sei aber betont, dass die Kombination rein aus spielerischer Sicht trotzdem Sinn ergibt: Ohne die kniffligen Rätsel würdet ihr schließlich nur seitenweise Dialoge zu Gesicht bekommen und hättet als aktiver Spieler kaum etwas zu tun.

Kühl und japanisch

Abschließend noch ein paar Worte zur Präsentation: Sowohl die Grafik als auch der Sound sind angemessen, ohne dabei zu irgendwelchen Superlativen zu greifen. Die Krux liegt im Szenario: Die Anlage sieht eben wenig attraktiv, größtenteils technisch und oftmals leer aus, weil dies sichtlich so gewollt ist. Hier hatte der Nintendo-DS-Vorgänger Nine Hours, Nine Persons, Nine Doors, der leider den Japanern und Amerikanern vorbehalten geblieben ist, mit seinem Schiffszenario einen leichten Vorteil.

Die Sprachausgabe der uns vorliegenden englischen Originalversion, vertrieben von Rising Star Games, ist im Übrigen auf Japanisch. Unseren Informationen nach wurde das Spiel für den US-Markt hingegen englisch synchronisiert. Leider wissen wir nicht, welche Sprachausgabe die offizielle deutsche Version enthalten wird.

Fazit

Andreas Altenheimer - Portraitvon Andreas Altenheimer
Das Genre des interaktiven Romans ist unaufhaltsam. Nach solch Kalibern wie Heavy Rain, starken Insider-Tipps á la The Walking Dead oder kleinen Indie-Perlen der Marke To the Moon stellt Virtue’s Last Reward einen weiteren Beweis dafür dar, dass sich “extrem handlungslastig“ und “Spiel“ nicht beißen müssen. Der Unterschied zu den anderen Titeln: Hier gibt es in der Tat sehr viele Rätsel, deren Schwierigkeitsgrad euch teilweise in den Wahnsinn treiben kann. Gleichzeitig machen die Handlungsszenen einem Metal Gear Solid Konkurrenz, was die Menge der Dialoge anbelangt. Die Komplexität des Plots ist ähnlich bemerkenswert wie dessen Cleverness, weshalb die Motivation, alle neun relevanten Enden sehen zu wollen, beachtlich ist. Nervig empfand ich das Spiel nur, wenn ich im Rahmen eines alternativen Weges nichts wirklich Neues erfuhr, jedoch aufgrund weniger veränderter Dialoge die Sequenz nicht überspringen durfte. Auch hätte ich mir etwas mehr Bezug zwischen den Rätseln und der Geschichte gewünscht, aber das fällt letztlich nicht groß ins Gewicht. Virtue’s Last Reward ist ein fantastisches Adventure, das zwar droht den Einsteiger zu überfordern, aber dem Profi Stoff für definitiv mehr als ein verregnetes Wochenende gibt.

Überblick

Pro

  • äußerst umfangreiche wie komplexe Geschichte
  • unzählige unterschiedliche Enden, von denen fast die Hälfte zum vollen Verständnis des Geschehens wichtig ist
  • starkes, wenn auch sehr forderndes Rätsel-Design
  • angemessene Präsentation

Contra

  • Zwischensequenzen dauern bis zu anderthalb Stunden und geizen nicht mit Wiederholungen
  • der Rätselpart wirkt manchmal wie Beiwerk statt der Geschichte zugehörig
  • EU-Importversion nur mit englischen Texten und japanischer Sprachausgabe

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